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| Über die Wirtschaftlichkeit vom Film |
| Wieviel Wert ist Qualität? |
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Über Film im Spannungsfeld zwischen Kunstanspruch und Wirtschaftlichkeit diskutierten gestern Abend im Wiener forum mozartplatz die Regisseure Niki List und Virgil Widrich sowie der ORF Fernsehfilm-Chef Heinrich Mis und Cultfilm Gesellschafter Burkhart Ernst. Über 180 Gäste aus den Branchen Film, Fernsehen, Werbung und Marketing verfolgten die Diskussion und besuchten die multimediale Filminstallation Film ist Kunstkuratiert von Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Amour fou, Filmproduktion.
Die Diskussion wurde von Burkhard Ernst, Filmproduzent und Vorstandsvorsitzender des Autohauses Mazda Rainer, mit der provokativen These eröffnet, dass Auto- und Filmgeschäft an sich ganz das gleiche seien: in beiden Fällen würden Emotionen und Image verkauft. Dem entgegnete Heinrich Mis, dass der Unterschied vor allem darin bestünde, dass ein Autohaus ja nicht für die Produktion seiner Ware verantwortlich wäre, sondern nur für dessen Vertrieb, was die Diskutanten zu der schwierigen Frage des Filmvertriebs brachte.
Vor allem Virgit Widrich thematisierte in diesem Zusammenhang die Problematik, „dass es meist ein schwarzes Loch durch „kreative Buchhaltung“ zwischen Eintrittsgelder und Filmproduzent gibt“. Dies mache für den Produzenten eine Kalkulation mit korrekten wirtschaftlichen Rückflüsse unmöglich und die Abhängigkeit von ausschließlichen öffentlichen Geldern ungleich größer. Dazu Widrich: „Sobald ich einen Film ins Ausland verkauft habe, weiß ich nicht mehr was damit passiert“.
Heinrich Mis gewährte dem Publikum offenherzige Einblicke in die Strukturen und Vorgangsweisen beim öffentlich rechtlichen Fernsehen: bei Produktionen, die europaweit verwertet werden sollen, sind technokratische Entscheidungen wichtiger als der künstlerische Anspruch. Freier und mutiger könne der ORF bei Produktionen sein, die von vornherein nur für den österreichischen Markt konzipiert würden. Hier stünde vor allem die Frage nach der erkennbaren österreichischen Identität im Vordergrund.
Zum zentralen Thema „Kunst im Film“ wurde schließlich noch über die These von Burkhart Ernst debattiert, der für sich feststellte: „Kunst hört da auf, wo das Publikum wegbleibt“. Hier widersprachen die Regisseure List und Widrich zwar nicht diametral, stellten aber die Frage in den Raum, wo denn die Messlatte für ausreichend Publikum läge und wer diese festsetze.
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